Europas größter Outdoorpark für 60+

Europas größter Outdoorpark für 60+
5 (100%) 18 votes

Wolfgang Amadeus Mozart starb im Alter von 35 Jahren. Friedrich Schiller verstarb 1805. Er wurde nur 46 Jahre alt. Johannes Kepler starb mit 59 Jahren. Sie alle hätten ihn nicht mehr erlebt – „Europas größten Outdoorpark für 60+“ – Osttirol.

Männer werden in Österreich heute im Schnitt 78,3 Jahre alt. Frauen 83,3. Dank rasanter Entwicklungen im medizinischen Bereich und in der Ernährungstechnologie, sowie durch ein steigendes Gesundheitsbewusstsein, sind viele Menschen auch im hohen Alter noch fit und aktiv. Ausgedehnte Mountainbike-Touren, lange Wanderungen, Kajak-Abenteuer oder Turneinlagen in Hochseil-Gärten sind gefragte Unternehmungen rund um das Pensionsalter. Wer die 60er-Grenze jedoch überschritten hat, legt im Normal auch Wert auf einen gewissen Komfort, sowie auf Ruhe, Entspannung und Erholung. All das gibt es an vielen Orten. Doch so geballt, so nahe und so ursprünglich, natürlich wie in Osttirol, fast nirgends. Hier ein paar Beispiele.

Ein Paradies mit Kräuterwirtshaus

Wer von Norden kommend, über den Felbertauern nach Osttirol fährt, der wird zwangsläufig an Matrei vorbeikommen. Was viele nicht wissen – hier wartet ein ganz besonderes „Fleckerl“ – das Zedlacher Paradies. Ein Zwischenstopp lohnt sich auf jeden Fall, denn der Name ist hier tatsächlich Programm. Hoch über Matrei und am Eingang zum Virgen-Tal gelegen, kann man im Zedlacher Paradies einen 600 Jahre alten Lärchenwald bestaunen. Der schön angelegte und übersichtliche Rundwanderweg dauert nur 2-3 Stunden. Diese reichen jedoch aus, um einen kräftigen Hunger zu bekommen. Doch auch dabei naht schnell Hilfe. Unweit des Rundwanderwegs findet sich nämlich das Kräuterwirtshaus Strumerhof. Die hausgemachten Osttiroler Schlipfkrapfen, die Unkrautsuppe und das Lavendel-Parfait die ich dort essen durfte – lassen mich noch heute schwärmen.

Auch Wasserratten und besonders Abenteuerlustige kommen beim Rafting auf der Isel auf ihre Kosten. (c) Club Aktiv Osttirol.

Auch Wasserratten und besonders Abenteuerlustige kommen beim Rafting auf der Isel auf ihre Kosten.
(c) Club Aktiv Osttirol.

Rafting, Kletterpark und Alpine Coaster in Lienz

Nach einer ausgiebigen Stärkung geht es dann weiter durch das Iseltal in Richtung Lienz. Kurz nach dem Ortsschild von Lienz befindet sich auf der rechten Seite der Schlossberg. Besonders Aktive und Mutige können hier mit dem Osttirodler – dem spektakulärsten Alpine Coaster Europas – in Richtung Tal rasen. Wer dann noch nicht genug hat, auf den wartet der Kletterpark Lienz auf dem Schlossberg. Hier können sich Alt und Jung auf einer Fläche von 13604 m² und  16 Parcours mit 160 verschiedenen Kletterstationen so richtig austoben. Für Wasserratten (nicht nur über 60) gibt es in unmittelbarer Umgebung übrigens auch noch die Möglichkeit sich im Rafting auf der Isel zu versuchen. Nach einem intensiven und sportlichen Tag bietet es sich an durch die Fussgänger-Zone von Lienz, übrigens eine der sonnenreichsten Städte Österreichs, zu flanieren. Kleine Bars, gemütliche Lokale und Gasthäuser laden zum Verweilen ein. Vor allem am Stadtplatz von Lienz, dem nicht nur die Palmen einen südlichen Flair verleihen, lässt es sich bei einem verdienten Gläschen oder einem Eisbecher recht gut aushalten. Richtig gut Abendessen kann man im Parkhotel am Tristachersee. Sehr zu empfehlen – frischer Fisch.

Einer der schönen Plätz in der Lienzer Innenstat. Quelle: Facebook Sonnenstadt Lienz.

Einer der schönen Plätz in der Lienzer Innenstat.
Quelle: Facebook Sonnenstadt Lienz.

Wellness und Entspannung am Großglockner

Wer am nächsten Tag die Kraft hat und einmal richtig hoch hinaus will, dem sei Kals am Großglockner wärmstens empfohlen. Hier sagen sich Steinadler und Murmeltier gute Nacht und in klaren Nächten sind die Berggipfel und Sterne fast zum Greifen nahe. Dank der Bergbahnen und den ausgedehnten Wanderwegen kommt man den Gipfeln auch wirklich schnell näher. Ein besonders guter Tipp für all jene die nicht nur Sport machen, sondern sich auch Ausruhen und gut essen wollen, ist hier in der Region, das Hotel Gradonna. Auf 3.000 qm Spa-Bereich-Fläche kann man ausgesprochen gut die Seele baumeln lassen und die müden Gliedmassen entspannen. Das Frühstücksbuffet ist übrigens ein totaler Wahnsinn. Ich habe zumindest selten so ausgiebig gefrühstückt!

Wohnen im Gradonna. Hoch über Kals am Großglockner und mit Blick auf die Berge.  (c) Felix Kozubek

Wohnen im Gradonna. Hoch über Kals am Großglockner und mit Blick auf die Berge.
(c) Felix Kozubek

Auch wenn Osttirol als Urlaubsort eine verschworene Fangemeinde hat, ist es für viele dennoch ein absoluter Geheimtipp. Ich für meinen Teil kann es jedem, der einmal Abstand vom stressigen Alltag braucht, nur empfehlen, ein paar Tage in Osttirol zu verbringen. So schnell wie hier waren meine Akkus selten wieder aufgeladen. Und es gibt in Osttirol noch soooooo viele schöne, fast unbekannte und unberührte Orte zu entdecken. Nicht nur für Leute 60+.

Artikelbild: zeigt Blick auf Matrei und das Iseltal. (c) Felix Kozubek