Radwandern und Baden in Osttirol

Radwandern und Baden in Osttirol
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Wir stehen wieder am Rand des Radwegs. So wie damals. Damals waren wir vielleicht sieben Jahre alt. Zwanzig Jahre ist das her. Auch heute radelt eine große Gruppe an uns vorbei und trennt uns von unserem Ziel. Der Fußballplatz in Leisach. Sommerferien um Sommerferien haben wir auf dem satten Grün verbracht. Und immer wieder kam es dabei zu dieser frustrierenden Begegnung – wenn wir Fußballer, mit dem Ball unter dem Arm, den Platz schon sahen, aber erst warten mussten, bis die vielen Radfahrer den Weg freigaben. Heute. Zwanzig Jahre später. Das selbe Bild. Grund genug, um mich einmal zu informieren, wieso gerade unser Fußballplatz ein so beliebtes Radparadies ist.

Radwandern entlang der Drau – Aktivurlaub vom Feinsten

Das Geheimnis ist schnell gelüftet. Ich frage meinen Vater. Er steht auf und kehrt mit einer Zeitung zurück. Er legt den „Osttiroler Boten“ auf den Tisch und zeigt auf einen Artikel. „Radwandern“ ist das erste Wort das mit ins Auge springt. Ich lese den Artikel und komme darauf, dass  unsere regelmäßigen Begegnungen mit den Radfahren alles andere als Zufall waren. Das Radparadies hat einen Namen: Drauradweg. So langsam fügen sich die Puzzleteile zusammen. Mir fällt ein, dass mir mein Großpapa für ein Date, bei dem ich etwas Sportliches machen wollte, einmal vorgeschlagen hatte, dass ich doch zwei Räder schnappen und mit dem Zug in Richtung Sillian fahren könnte. Von dort aus wären wunderbare Radwege, die ganze Drau entlang, bis nach Lienz, die ideale Piste für einen romantischen, aber auch aktiven Ausflug auf zwei Rädern. Ich habe damals abgelehnt, weil er mir auch davon erzählte, dass vor allem viele Italiener diese Route begeistert nutzten. Wer schon einmal in eine Gruppe radelnder Italiener, die mit Kind und Kegel unterwegs sind, geraten ist, der wird mich verstehen.

Der Drauradweg führt vom Südtiroler Toblach, über 366 Kilometer bis ins slowenische Maribor. Ein wunderbares Abenteuer auf dem Rad, für all jene die in ihrem Urlaub gerne Entspannung und Aktives verbinden.

Der Drauradweg führt vom Südtiroler Toblach, über 366 Kilometer bis ins slowenische Maribor. Ein wunderbares Abenteuer auf dem Rad, für all jene die in ihrem Urlaub gerne Entspannung und Aktives verbinden.

Die Osttiroler Rad-Bade-Safari

Nachdem ich den Artikel gelesen habe, klicke ich mich durchs Internet und stoße auf die Seite des „Drauradweges„. Von Südtirol bis Maribor kommt man auf den großzügig angelegten Radwegen. Insgesamt sind das circa 366 Kilometer. Ich bin beeindruckt und schaue mir die einzelnen Etappen an. Kurz darauf beschließe ich bei meinem nächsten Aufenthalt in Osttirol das Date nachzuholen. Ich google etwas weiter und komme auf eine interessante Idee: eine Rad-Bade-Safari. Safari klingt auf den ersten Eindruck für mich nicht wirklich nach Osttirol, aber das Angebot verspricht durchaus ein Abenteuer. Immerhin kann man bei dieser speziellen Safari das schöne Osttirol nicht nur auf dem Rad erkunden und immer wieder kleinere Etappen rund um die Drau abfahren, sondern auch die in der Umgebung gelegenen Wasserwelten erkunden – unter anderem das Schwimmbad in Dölsach, oder Badesee im kärntnerischen Greifenburg. Die Reise lässt sich übrigens bequem mit dem Zug erleben. Wer an einen Badesee will, oder mit dem Rad ein paar Kilometer weiter entfernt starten will ist die ideale Möglichkeit.

Nachdem ich im Zuge meiner Recherchen auch noch auf den „Mini-Bahnhof“ Nikolsdorf gestoßen bin, ist meine Entscheidung endgültig gefallen. Ich beschließe meine „alte“ Heimat wieder ein wenig besser kennen zu lernen und den Drauradweg zwischen Toblach und Nikolsdorf unbedingt zu erkunden. Jetzt fehlt nur noch das geeignete, freie, lange Wochenende. Und das richtige Date dazu.